Von Gnome3 zu Cinnamon…

gnome3cinnamon2Mein Ubuntu kleidet sich in neue Gewänder. Nach diversen Monaten mit Gnome3 hat’s mich gestern mal gerissen und ich brauchte was neues. Warum? Ganz einfach:

Gnome 3 ging mir einfach ein bisschen auf den gut abgehangenen Sack!

Klingt schrecklich banal, ist aber so. Gnome3 ist für mich insgesamt eine ziemliche Enttäuschung. Anfangs war ich ja wirklich total geflasht. Neuartiges Konzept und so. Klingt alles total überzeugend und rockt auch irgendwie am Anfang, erst recht in der Erwartung, daß man irgendwann das System in Fleisch und Blut hat.

Aber: Das stellt sich bei mir irgendwie nicht ein. Die formschönen Icons in der Anwendungsübersicht erscheinen mir immer noch dergestalt albern groß, dass ich mich stets Frage, ob das vor mir nun so eine Art Seniorenhandy in PC-Form ist, die „Abkürzungen“ über sensitive Ecken, speziell oben links, erweisen sich leider immer wieder als Umwege und zu guter letzt scheint Gnome3 mit zunehmender Laufzeit immer mehr kleine Macken zu entwickeln.

Youtube brachte des öfteren die Grafikkarte in erhebliche Bedrängnis, die Soundkarte meines Lappies blieb manches mal spontan einfach stumm bis zum Neustart, das Tastaturlayout war – ohne erkennbaren Grund – nach jedem Hochfahren des Rechners wieder bei US-Englisch und die Gesamtperformance schien auch immer schlechter.

So denn – also auf ans Werk, ein spontaner Wechsel musste her. Mit KDE stehe ich traditionell auf Kriegsfuß, auch wenn Digikam ein guter Grund wäre, aber irgendwie komm ich auf KDE nicht klar. Das gute alte Gnome2 ist outdated, kommt also auch nicht in Frage. XFCE hatte ich schon, war auch nicht meins und Unity… ich sag mal nix.

Somit fiel die Wahl dann also auf Cinnamon, herübergeschwappt von Linux Mint. Da Mint und Ubuntu ja schon verwandt sind, stellt das offenbar keinerlei Problem dar, man muss lediglich Paketquellen im Netz suchen, da Cinnamon sich nicht in den offiziellen Ubuntu Quellen findet.

Nun denn, egal. Gefunden, flugs eingespielt und dann nochmal kräftig aufgeräumt (Überreste von Unity und XFCE radikal rausreißen, so dass nun Cinnamon nebst Gnome3 noch installiert sind, dann lightDM wieder ins Spiel bringen und GDM rauswerfen etc.). Anleitungen für das alles finden sich zu Haufe im Netz, da halte ich mich raus, ich bleib hier mal bei meinem Eindruck als geneigter Nutzer.

Passt Cinnamon zu Ubuntu?

Einfache Frage, einfache Antwort: Wie Arsch auf Eimer! Die Bedienung ist klassischer als Gnome3 oder Unity es bieten, gleichzeitig aber optisch frischer, als „traditionelle“ Desktopumgebungen es machen. Man findet sich einfach zügig zurecht. Verknüpfungen lassen sich ohne viel Federlesens auf dem Desktop platzieren, das „Startmenü“ ist eingängig und mit feiner Suchfunktion ausgerüstet, Schnellstartleiste etc., vieles erinnert stark an Windows, womit ich leben kann. Desklets sind ebenfalls integriert, so dass man seine Minianwendungen wie Wetter, Uhr etc. schnell und einfach auf den Schirm bringt (ob man das braucht? Naja, aber es macht was her).

Als Dateiexplorer kommt Nemo mit, ein Fork von Nautilus, der für mich zwar sehr vielversprechend aussieht, scheinbar aber noch in manchen Bereichen mit etwas abgespeckter Funktion daherkommt (eine Sendto-Funktion suche ich immer noch vergeblich).

Visuell wartet Cinnamon mit nett dezenten Transparenzeffekten auf und ist dank Plugins gut erweiterbar. Bei Gnome3 beobachtete Fehler (GraKa, Sound, Tastaturlayout etc.) blieben bislang aus. Hinzu kommt, dass man sich „wieder“ wie an einem klassischen Desktop fühlt. Anmachen, loslegen. Klassische strukturierte Menüs sind halt durch die Herangehensweise von Unity oder Gnome3 kaum zu ersetzen.

Mag sein, dass ich einfach gnadenlos gestrig bin, aber für mich ist Cinnamon im Moment die schickste Variante, sein Ubuntu zu bedienen, wobei ich mich auch ernsthaft mit dem Gedanken auseinandersetze, auf Mint umzusteigen…

Insgesamt ein wie ich finde gelungener Wechsel, den ich guten Gewissens empfehlen kann.

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2 Gedanken zu „Von Gnome3 zu Cinnamon…

  1. Hallo,

    auch ich gehöre schon zu den etwas angestaubteren Semestern udn habe seit seligen SuSE-Zeiten in den 80ern verschiedene Linux Erlebnisse gehabt. Was soll ich sagen – ich bin bei LinuxMint gelandet. Warum? Nun Cinnamon kennst Du ja schon. Aber es ist schon eine GANZ neue Erfahrung, wenn wirklich ALLES funktioniert, was man so braucht. Also Sound, Video, Flash, Skype usw. usw. Es geht einfach alles.
    Wenn ich jetzt noch eine gute Anleitung finde, wie man Desklets entwickelt bin ich glücklich.

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