facebook die Zweite

So… Nach einigem Hin und Her hat fb mich final doch noch angeschrieben und freigeschaltet…

Nun also mein Feldversuch als fb-Neuling im Erstkontakt mit der Plattform, nachdem ich mehrere Monate bei g+ herumstromere… Bei den meisten dürfte ja das Kennenlernen beider Plattformen in umgekehrter Reihenfolge die Regel gewesen sein… Ich schau mich da jetzt also mal um und berichte meine Eindrücke als Neuling…

Zum Ersten, Die Android Apps:

Hier hat google deutlich die Nase vorn… Die fb App ist erheblich komplizierter und weniger intuitiv zu bedienen und dabei noch unnötigerweise ein brutaler Akkukiller. Hat heute trotz vorwiegendem Laufen im Hintergrund erstmal mit 30% des Gesamtakkuverbrauchs den absoluten Spitzenplatz direkt nach dem Display eingenommen… Sync und Benachrichtigungen abstellen half nix, Taskmanager bekommen auch keinen Zugriff, da die App offenbar als Systemapp fungiert… Bleibt nur, manuell immer wieder den Prozess über die Android-Einstellungen zu stoppen… Fazit: deinstalliert.

Zum zweiten, Der Einstieg:

Hier zeigen beide Plattformen ihr doch sehr unterschidliches Gesicht… optisch und in der Handhabung sind sich die Seiten und Tools zwar sehr ähnlich, fb greift aber auf die absolute Killer-Ressource mit solchem Geschick zurück, dass es einem fast schwindlig wird… angemeldet via Android-App analysiert fb erstmal die Kontaktdaten, wie aus der Presse bekannt, was zwar datenschutztechnisch fragwürdig, aber höchst effektiv ist. Folge: Schon auf der Begrüßungsseite schlägt mir fb mehrere dutzend Kontakte vor, von denen ich tatsächlich an die 90% persönlich kenne. Nach 48 Stunden habe ich ca. 30 bestätigte Kontakte mit Menschen, die tatsächlich für mich direkt relevant und persönlich bekannt sind.

Dagegen habe ich bei g+ zwar ebenfalls viele gute Kontakte, diejenigen, welche für mich allerdings auch persönlich bekannt sind, kann ich an einer Hand abzählen und musste sie recht mühsam suchen…

Eindeutiger Punkt für fb… die schiere Menge an Nutzern PLUS die hervorragende Fähigkeit von fb, soziale Strukturen zu rekonstruieren und entsprechende Kontakte anzubieten sind g+ (noch?) um Längen vorraus.

Zum Dritten, Der Inhalt:

Hier kann g+ punkten, inhaltsvolle Diskussionen, interessante Themen, politisch, philosophisch oder unsinnig, es bleibt eigentlich immer interessant, wenn man auch eingestehen muss, dass das Niveau aus der Anfangszeit bereits langsam nachlässt… mal sehen… insgesamt gleicht g+ einer angenemen offenen Stammtisch Diskussionsrunde in der eigentlich kaum einer den anderen kennt, aber alle mit ähnlichen Interessen. Dazu die Möglichkeit das, was mich gerade interessiert, zu teilen und zu diskutieren, was von der Community hervorragend angenommen wird.

fb dagegen ist eher der Stamm-Stammtisch, bei dem sich alle kennen. Zwar von persönlicher relevanz, aber inhaltlich irgendwie trivial… man äussert mal was, es wird kommenriert, aber eher nicht diskutiert, und das wichtige klärt man dann im Regelfall doch von Angesicht zu Angesicht…

g+ schafft quasi einen Parallelraum, mit vielen eigenen, nur in diesem Raum relevanten Kontakten, und wenigen realen Freunden, fb dagegen ergänzt das „reale Sozialleben“ erheblich besser und sorgt für eine gute zusätzliche Vernetzung tatsächlicher Freunde und Bekannter..

Fazit: Fürs erste würde ich sagen, dass beide Plattformen zur Zeit (noch) nicht viel gemein haben, Ausprägung und Stil sind, trotz ähnlicher Basis, zu verschieden… andererseits arbeiten aber auch beide Kontrahenten an einer zunehmenden Angleichung… vor allem fb zeigt sich bemüht, durch neue Gruppierungsfunktionen und Abonnieren nach dem Followerprinzip, Funktionen von g+ zu übernehmen, was imho auch ganz gut funktioniert… ausserdem verfügt fb über einen gewaltigen Pool an Nutzern… ich schätze, wenn es g+ nicht gelingt, das inhaltliche Niveau zu halten, hat fb die Nase vorn… obwohl zum jetzigen Zeitpunkt, gerade auf Grund des meiner Wahrnehmung nach höheren inhaltlichen Niveaus, g+ die interessantere Plattform ist.

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