Pegasus

19.04.13 - 1Watt ist denn nu „Pegasus“? Nun, Pegasus, das ist ein Verdampfer. Ein höherwertiger Verdampfer für die e-Zigarette, und Grund genug für mich, mal einen „Review“ zu schreiben. Ich könnte ja auch mal ein „unboxing“ Video basteln, aber wie üblich hat der Auspack- und Loslegreflex zugeschlagen, bevor Zeit für ein solches war. Somit wird sich die Fähigkeit, ein „unboxing“-Video zu drehen, mir wohl auch weiterhin entziehen.

Was also ist der Pegasus, woher kommt er und was kann er?

Zuerst mal ein Bild vom Pegasus, montiert auf meiner e-Vic. Die Kombination finde ich in der Tat sehr gelungen. Die Farbe des original-Tubes der eVic ist etwas anders als der matte Edelstahl des Pegasus, die Form schliesst aber perfekt am Cone der e-Vic an und gibt ein sehr schönes Bild. Die Überlegung, sich in diesem Zuge aber die Edelstahlausstattung für die eVic zuzulegen, ist mehr als naheliegend.

Nun denn. Wenden wir uns also dem Pegasus zu. Bemerkenswert finde ich zuerst mal die Entstehungsgeschichte des Pegasus. Es handelt sich um ein rein privates Forenprojekt aus dem Dampfertreff. Der User Pit-74, scheinbar nicht ganz zufrieden mit seinen Dampfen, kam auf die Idee, selber einen Verdampfer zu bauen. Nach ersten Beschreibungen seiner Pläne fand das so viel Zuspruch, dass sich innerhalb kürzester Zeit dutzende von Leuten meldeten, die Interesse an dem Verdampfer ankündigten.

Pit hat sich also kurzerhand entschlossen, eine kleine Serie aufzulegen, und diese im Forum privat anzubieten. Das liegt schon etwas zurück, aber glücklicher- und dankenswerterweise konnte auch ich noch einen Pegasus ergattern. Wer Interesse hat, sollte sich einfach im Forum per PM bei Pit melden, der übrigens mittlerweile schon an einem Nachfolger bzw. einem neuen Verdampfer namens „The Ring“ bastelt.

Aber gut, jetzt gehts endgültig um den Pegasus. Das gute Stück kommt schmucklos in einem kleinen Päckchen, lose verpackt, in Plastikfolie gewickelt. Die Dichtungen sind nicht montiert, liegen lose im Tank, sind aber sehr schnell und leicht montiert. Was gleich beim Auspacken auffällt, ist das sehr reelle Gewicht des Pegasus. Gefüllt mit Liquid und inklusive DripTip wiegt das gute Stück laut meiner Küchenwaage ca. 80g, was angenehmerweise dazu führt, dass der Schwerpunkt der Kombo mit der eVic ziemlich genau auf dem Feuertaster liegt, mit einer noch leichten Tendenz zur Kopflastigkeit in Richtung Batterie.

Die Verarbeitung der Einzelteile kann man nur mit „hochwertig“ beschreiben. Alle Kanten sind sauber entgratet, selbst am Glas(!)-Tank. Driptips sitzen „satt“ in der Aufnahme, alles fasst sich sehr massiv an. Da ich gerne mal Verdampfer kaputtspiele finde ich die Massivität des Pegasus sehr überzeugend.

Preisliche Alternativen finden sich im Moment zum Beispiel im BT-V1 oder im Kruser one, die mit ihrer jeweils waagerecht liegenden Wickung auf zwei Anschlusspolen allerdings einem völlig anderen inneren Aufbau folgen.

Die Wen19.04.13 - 2del des Pegasus „steht“ seitlich in der Verdampferkammer. Der Hauptpol ist in der Mitte angeordnet und ca. 10-12 mm hoch, rechts und links davon finden sich zwei Minuspole sowie zwei Durchlässe für GF oder ESS in den Tank. Für ausreichenden Abstand der Wicklung zum Mittelpol sorgt eine kleine Unterlegscheibe. Die Luftführung kommt durch ein kleines Loch im Deckel der Verdampferkammer von der Seite.

Diese Luftführung funktioniert mit einer Wicklung auf jeden Fall sehr gut, da die stehende Wendel die Schwachpunkte der Luftführung durch ein seitliches simples Loch praktisch vollständig eliminiert. Durch den dicken Dichtring kann das Luftloch direkt vor die Wendel positioniert werden. Hier ist es allerdings nötig, um einen strammen Sitz zu gewährleisten, zuerst zu gucken, an welchem Pol man die Wicklung anbringen sollte, um eine optimale Position des Luftlochs zu gewährleisten.

Man kann im Pegasus auf Grund dieses Aufbaus auch eine zweite Wicklung legen und den Pegasus als DualCoil fahren. Alternativ kann man im ESS-Betrieb eines der Löcher mit einem kleinen Röllchen ESS verstopfen (Beim „The Ring“ sind Gewinde für Madenschrauben in den Durchführungen) und einseitig ne ESS Wicklung einbringen. Auch ESS ginge natürlich als Dualcoil. Im GF-Betrieb kann man es machen, wie auf dem Bild, die GF also über den Hauptpol führen und auf der anderen Seite im Durchlass versenken.

Im Dualcoil-Betrieb würde man das Loch dann mittig zwischen beide Wicklungen setzen. Irgendwann werd ich das wohl mal ausprobieren. Das Konzept ist jedenfalls insofern sehr schön, als dass es eine hohe Vielfalt an Möglichkeiten mit sich bringt.

Das gesamte Hauptteil ist vom 510er Anschluss bis zum Verdampferkopf aus einem Stück Edelstahl. Der Deckel der Verdampferkammer ist ebenfalls sehr massiv Edelstahl.

Der Kontakt zum Batteriepol hat in der Mitte eine kleine Inbus-Aufnahme, ich gehe also davon aus, dass man den Pol hier verstellen kann, um stets optimalen Kontakt zu gewähren. (Nach Rücksprache mit Pit ist das nicht möglich, sondern kann den Verdampfer beschädigen!! Finger weg von dem Inbus am Batteriepol!!)

Geschmacklich kommt der Pegasus sehr rein rüber, flash ist nicht übermächtig, aber da, wobei ich mich hier auf meine erste Wicklung beziehe, die abgebildete Wicklung mit 2mm GF, in der Wicklung als Z gelegt und 5 Wicklungen mit 0,2er Kanthal, was ca. 2,4 Ohm in die Waagschale wirft.

Darüber hinaus scheint das Teil bei der vorliegenden Wicklung mit 2mm GF 100%ig dicht zu sein, ich hab es jedenfalls heute lange Zeit liegend verwahrt, ohne dass etwas ausgelaufen ist und auch ein Überkopf-Halten des Verdampfers führt nicht zum Auslaufen. Ich schreibe das den langen Durchführungsbohrungen für den Docht zu, die vom Boden der Verdampferkammer bis zum Austritt im Tank ca. 12mm tief sind. Man sieht zwar ein-zwei kleine Luftbläschen aufsteigen, wenn man das Teil überkopf hält, aber dann tut die Viskosität des Liquids ihren Teil und nichts tritt in der Verdampferkammer aus.

Der Tank hat übrigens ein Volumen von ca. 2,7ml. Als starker Dampfer muss ich damit 1-2 mal täglich nachtanken. Befüllt wird der Tank durch eine der Dochtdurchführungen, am Docht vorbei. Das ist im Prinzip mit einer Needlecap-Flasche möglich, auf Grund der Länge der Bohrung aber am besten aber mit einer Spritze mit entsprechender Kanüle zu bewerkstelligen.

Die nächsten Tage werd ich nun mal ein wenig mit verschiedenen Wicklungen experimentieren.

Mein erstes Fazit jedenfalls: Ein sehr geiles Teil, das ich froh bin, zu haben. Viele Möglichkeiten, mit unterschiedlichen GF und ESS Wicklungen zu experimentieren, Single- oder DualCoil zu testen. Die Verarbeitung ist durchaus als „edel“ zu bezeichnen, wobei das Finish kein Hochglanz ist, sondern leicht rauh überdreht aus der Bearbeitung kommt und somit keine Anfälligkeit für Fingertappser hat. Viele kleine Details lassen hier die Liebhaberarbeit augenscheinlich werden und das Gefühl, ein nicht-industriell gefertigtes Teil ein Händen zu halten, ist einfach gut.

Im Youtube-Kanal vom Dampfmacher findet ihr auch ausführliche Videos zum Pegasus. Insgesamt nimmt der Dampfmacher sich auf 2 Videos 40 Minuten Zeit, um das Gerät vorzustellen und auch gleich verschiedene Wicklungen zu demonstrieren. Ich denke mal, auch das spricht für sich.

Update 1: Hab das gute Stück gestern vor dem Schlafengehen mal vollgetankt und so auf dem Nachttisch platziert, dass es liegt und der Schwerkraft betreffs der Anordung der Dochtdurchführung und des Luftlochs optimale Möglichkeiten gewährt werden, ein Siffen einzuleiten. Was soll ich sagen: Die Schwerkraft blieb erfolglos. Verdampferkammer trocken. Tank Dicht.

Update 2: So, habe eine neue Wicklung aufgebracht. Ähnlicher Aufbau wie oben aber nun mit ca. 2,1 Ohm. Das Ergebnis finde ich nochmal wesentlich schöner. Dicker, voller Dampf, viel Geschmack, medium Flash.

Update 3: Okay, ich bin unfähig. Dritte neue Wicklung auflegen wollen und beim Abziehen des Tanks selbigen geschrottet. Dankenswerterweise konnte ich kurzfristig einen Edelstahltank bekommen. Nun also Blickdicht und 2 Ersatzglastanks sind bei Pit geordert. So gesehen ist die Situation gerettet. Mittlerweile habe ich auch eine Probe Ortmannschnur von Kai Hundacker bekommen. Danke dafür. Die kannte ich noch nicht. Die Ortmann hat 1mm Stärke, ist aber sehr ungleichmässig und faserig, so dass sie sehr gut Liquid aufnimmt. Ich hab die Ortmann nun doppelt gelegt und quasi als 2mm genutzt, die ich wiederum in der Wendel zum Z lege. Ist etwas frimelig, die durch die Löcher zu bekommen, aber dampft sehr gut und der Liquidfluss ist top.

Hier noch ein Bildchen des Pferdchens mit Edelstahltank. Die Dichtung zwischen Tank und Verdampferkammer ist ein dünnerer als original. Dankenswerterweise passt es so exakt, dass das Loch, stramm zugeschraubt, an der Wendel sitzt.

pegasusessmod

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2 Gedanken zu „Pegasus

  1. Hi,

    eine sehr geile Beschreibung ohne das übliche Fanboy- Gequatsche. Trotzdem wäre ein Vergleich mit einem ähnlichen Verdampfer oder mehrerer (vielleicht auch aus verschiedenen Preissegmenten) gar nicht so verkehrt gewesen.
    Wie auch immer…. feines Preview, tolle Beschreibung…. well done 🙂

    Herzlichst

    Georg Osburg

  2. Hi auch,
    Und Danke für das Lob 🙂
    Da das hier mein erster hochwertigerer Verdampfer ist, habe ich leider kein ausreichendes „Vergleichsmaterial“ zur Hand, so gern ich würde 🙂 Beim nächsten besseren Verdampfer wird das aber sicher einfliessen.
    Gruß,
    Marc

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