Neue Kultur

Was ist eigentlich Kultur? Was ist Subkultur? Was ist „Kulturgut“?

Klar ist: Kultur ist kein statisches Konstrukt, sie verändert sich. Neues bildet sich heraus, altes verblasst…. Musikstile ändern sich, Medien verändern sich, neue technische Möglichkeiten schaffen neue Kultur. Natürlich dauert es etwas, bis eine erkennbare Strömung als Kultur wahrgenommen wird…

Seit August 2008, also bereits seit mehr als einem Jahr, gelten nun Video/Computerspiele offiziell als Kulturgut. Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen GAME ist in den Deutschen Kulturrat aufgenommen worden… man sollte doch meinen, dass damit das Videospiel an sich und somit auch der Gamer langsam zumindest tendenziell gesellschaftliche Anerkennung oder zumindest Toleranz erfahren sollte…

Dennoch… immer wieder landen erstklassige Spiele auch heute noch auf dem Index… anstatt eine sinnvolle Regelung analog zu anderen Systemen zu schaffen, nach der Spiele z.B. eine Art FSK-18 Stempel als schlimmstes Übel zu befürchten haben – solange sie nicht gerade rechtswidrige Inhalte darstellen – sehen sich auch heute noch die meisten Vertreiber von Spielen „härterer“ Gangart gezwungen, ihr „Kunstwerk“ – das ein Spiel zweifellos darstellt – zu verstümmeln, um nicht von der offiziellen Bildfläche zu verschwinden.

Versteht mich nicht falsch, ich bin A kein Hardcore-Gamer und möchte hier auch B kein Plädoyer gegen den Jugendschutz von mir geben. Ich sehe es allerdings als notwendig an, dass gesellschaftlich erkannt wird, dass die heutige Zielgruppe von Videospielen nicht nur aus 11jährigen besteht, sondern zu einem mehr als relevanten Anteil aus erwachsenen jenseits der 30, die doch durchaus nicht vor der Darstellung von Blut in der Farbe Rot (viele Spielefirmen weichen hier auf Ersatzfarben aus, um einer möglichen Indizierung zu entgehen) oder dem Realismus eines sich nicht in Luft auflösenden oder zum Betonklotz erstarrenden Kadavers (eine weitere gern vorgenommene „Beschneidung“ von Spielen) geschützt werden müssten.

Ich denke, dass der normal tickende Teil unserer Bevölkerung es gelernt hat, zwischen Videospiel und Realität sehr klar zu differenzieren, wahrscheinlich ist die haptische und akustische Erfahrung einer Spielzeugpistole mit Knallmunition bei entsprechendem Räuber und Gendarm-Spiel psychisch abstumpfender, als es das Herumdrücken auf einem kleinen Plastikriegel je sein kann… ich denke auch, dass sich im Bereich der Video- und Computerspiele bei entsprechenden Regelungen relativ Problemlos analog den „ab-18“-Bereichen in Videotheken entsprechende Nischenläden oder geschützte Bereiche in Spielabteilungen einrichten ließen, die dann nur erwachsenen zugänglich sind… vielleicht wäre das ja eine Option… ich weiß es nicht…

Wollt ich nur mal gesagt haben 🙂

lg

Marc

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