63 Urlaubstage und die Kinderfreuden…

KofferDas Jahr 2014 steht vor der Tür und mit herannahendem Weihnachten auch die alljährliche Urlaubsvorplanung… mit Privilegien für Eltern von Schulkindern, die mir Zeit meines Lebens irgendwie unfair erschienen.

Nun. 2014, das fiel mir wir Fluppen aus den Ohren, beginnt für mich und meine Lieben der Ernst des Lebens. 2014 ist das Jahr, in dem wir Eltern werden. Eltern eines Schulkinds.

Im Sommer geht es los. Unsere Große verlässt die heimeligen Sphären des Kindergartens und besucht die Grundschule. So setzte ich mich also dieses Jahr, vorausschauend, mit unserem Urlaubsvorausplaner auseinander, in dem dankenswerterweise als Gedankenstütze schonmal alle lokalen Schulferien in einem fröhlichen Anthrazit markiert sind.

ACH DU KACKE!!!

Spiegelt in etwa das verbale Pendant dessen wieder, was sich nach wenigen Sekunden des Starrens auf diese anthrazitfarbenen Balken durch meine Gehirnwindungen fraß. Irgendwas kann da doch nicht stimmen. Das sieht „zu viel“ aus?!?!

Ich begann, nachzuzählen.

Mir war ja klar, dass Schulferien im Endeffekt dazu führen, dass Familienurlaub unmöglich, ja bestenfalls auf eine Woche im Jahr reduziert ist, die man so arrangieren kann, dass zwei berufstätige Elternteile gleichzeitig parat sind. Was ich aber vorfand war der eindrucksvolle Beweis der Familienfreundlichkeit dieses Landes.

Mal ehrlich, da kann man Monate-, ja Jahrelang, Elternzeit nehmen (wenn man sich vorher mit dem Steuerrecht auseinandergesetzt hat, sogar einigermaßen komfortabel), da werden phantastische Geschichten von „Anspruch auf Krippenplatz“ gesungen, da werden Herdprämien und Mütterrenten hin und hergespielt wie PingPongbälle…

Aber was bitte ist mit…..

Was ist mit dem ganz normal Alltag einer ganz normalen Familie?

Dem Schock folgte Besinnung.

Das kann nicht sein.
Das täuscht bestimmt.
Das muss ein Irrtum sein.

Ich zählte nach. Jeder einigermaßen logisch denkende Urlaubsimperator muss doch auf dem Schirm haben, dass normale Arbeitnehmer bestenfalls 30 Tage Urlaub im Jahr zur freien Verfügung haben. MUSS DOCH!

PUSTEKUCHEN!

Meine Zählung, die ich den Tränen nahe (Hysterie, nicht Rührung) abschloss, enthüllte die sagenhafte Zahl von 63 Ferientagen, während derer ja nun doch irgendwie eine sechsjährige betreut werden müsste… oder wie stellt man sich das sonst so vor?

Wer bitte kommt auf die vollkommen hirngefickte Idee, einen Ferienplan zu stricken, der dafür sorgt, dass der kumulierte Urlaub eines Berufstätigen Elternpaars in keinem Fall ausreicht, die Betreuung der Kinder sicherzustellen? Welch blasierte Ignoranz treibt dazu?

Falls es noch nicht aufgefallen ist, hat unsere Führung selbst in den letzten Jahrzehnten daran gearbeitet, die Bevölkerung „mobil“ zu machen und ausfasern zu lassen. Die Anwesenheit von Großeltern ist da längst nicht mehr Selbstgänger.

Zu zweit nicht lösbar. Alleinstehend ein absolutes Ding der Unmöglichkeit hab ich gerade das Gefühl… Betreuung wieder kostet und zerfasert die Familie irgendwie noch weiter…

Deutschland ist soooo familienfreundlich…

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