Jolla… die ersten Tage

jolla-logo-1_0Die ersten Tage sind rum. Vergangene Woche habe ich ja schon grundsätzliches eingerichtet, erste Apps installiert und ein wenig gespielt. Gestern und heute nun ist das Jolla offiziell mein Hauptmobilgerät und in Benutzung. Zeit, für einen ersten, kurzen, Einblick.

Zu Beginn möchte ich noch einmal erinnern, dass es sich bei Sailfish noch um eine offiziell als „beta“ titulierte Version handelt, mit der das Jolla ausgeliefert wurde. Das System ist zwar schon sehr ausgereift, es ist aber unverkennbar, dass es hier und da noch nicht ganz fertig ist.

Sehr rund wirkt das ganze look&feel. Die Bedienung ist schlüssig und bei nativen Apps aus einem Guß, ebenso wie die Optik. Für Android-gewohnte ist das eine der spürbarsten Umstellungen. Apps kommen im Regelfall nicht mit eigenen Hintergründen, sondern sauber implementiert in Systemoptik, passen sich den „Ambience“ an, so dass man oft kaum „spürt“, wenn man vom System in eine App oder zurück wechselt. Das sieht schick aus und fühlt sich sagenhaft gut an.

Ein weiteres ungewohntes Element ergibt sich aus den Einstellungen. Die Einstellungen zu manchen Apps sind nicht in der App selbst zugänglich, sondern über den „Umweg“ des Einstellungssystems mit dem Unterpunkt „Apps“, der einem im App-Bildschirm die Apps highlighted, die auf diesem Wege ihre Einstellungsoptionen preisgeben. Das bedeutet erstmal eine kleine Umgewöhnung, auf der anderen Seite aber auch, dass einem die Einstellungen, die in der Regel einmal und nie wieder getroffen werden (zum Beispiel Einrichtung eines Email Kontos) nicht die Menüs in der eigentlichen App verfetten. So bleibt die App zur Benutzung hübsch schlank, die Einstellungen aber dennoch logisch zugänglich.

Klasse finde ich, dass XMPP als Chatprotokoll nativ im System selbst implementiert ist. OTR fehlt hier, ich hoffe aber darauf, dass das bald nachgeliefert wird (ein entsprechender Request in der Community liegt bereits vor). Das XMPP Messaging fügt sich nahtlos ins SMS Messaging ein. Ebenso erlaubt das Jolla Basissystem schon das Einrichten von Accounts wie Twitter, facebook oder google. Damit wird es möglich, quasi direkt aus jedem Bildschirm in einen „Post“ Bildschirm zu wechseln (durch swipen von unten in den Bildschirm) aus dem Posts abgesondert und an die entsprechenden Accounts geschickt werden können. Ebenso können mit leichten Einschränkungen die letzten Aktualisierungen der jeweiligen Accounts in diesem Bildschirm abgerufen werden, hier scheint es allerdings Begrenzungen zu geben, von meinem Twitter Account z.B. werden immer nur die letzten 10 Beiträge aus der TL gezeigt.

Bei der Email App bemerkt man den frühen Status noch stark. Hier wurde scheinbar auf Basis von Gmail programmiert, das die Eigenart hat, dass Emailname, Username und Loginname zum Emailkonto identisch sind. Bei Emailkonten, die das anders handhaben (und das sind die meisten, inklusive meinem), führt das dazu, dass der SMTP Versand nicht geht, man also ein „Empfang-only“ Konto hat… grober Schnitzer. Behebbar ist das wohl über ein bisschen Manipulation an der Jolla-internen Accounts Datenbank, damit hatte ich bislang aber keinerlei Erfolg und warte auf ein fix. Dankenswerterweise kann man K9 Mail aus dem Android Fundus installieren und das funktioniert anstandslos.

Die Android-Unterstützung generell macht einen guten Eindruck, hakelt aber noch manchmal beim Start von Apps, darüber habe ich im letzten Artikel ja schon berichtet.

Was auch fehlt, sind Systemnachrichten aus Android Apps. Manche Apps machen ohne diese leider schlicht keinen Sinn, so dass ich hoffe, dass es hier eine Lösung geben wird. Generell, wenn ich das technisch richtig verstehe, wird das wohl – wenn überhaupt – dann nur für Apps gehen, die gerade laufen, aber das wäre ja schon ein Anfang.

Achja… zwecks Twitter habe ich heute auf kleinen Umwegen eine Vorabversion von Tweetian installiert, als Vorabversion auch noch etwas hakelig, aber insgesamt eine sehr geile und elegante Art, Twitter zu lesen und zu füttern. Wenn sich nun noch jemand findet, der sich an eine ähnliche native Implementierung von Diaspora macht… Halleluja!

Mein Fazit:
Alles, was gehen muss, geht gut (Ausnahme Email, siehe oben).
Alles, was gehen kann, geht.

Da ist natürlich noch viel Potential, und ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen. Jolla hat ja sehr schnelle updatezyklen für die Startphase angekündigt, die ersten 2 Updates sind auch schon durch innerhalb eines Monats. Das nächste Update ist für die nächsten Tage angekündigt, es soll eine kleine Problematik mit dem Stromverbrauch regeln, da scheinbar die NFC-Verbindung mit der OtherHalf erheblich zu viel Strom saugt, weil sie überflüssigerweise daueraktiv ist. Hotfixes dafür gibts vorübergehend schon. Sie reichen von Terminalbefehlen zum Abschalten des Prozesses bis hin zu Alufolie und Tesafilm, um den NFC-Chip unnereichbar zu machen… die Community ist fleissig.

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