Biblische Toleranz…

Aus einer Diskussion auf g+ übernommen… ich weise ausdrücklich daraufhin, dass ich mich selbst als schon irgendwie gläubig betrachte, jede Form organisierten Glaubens, in der einem irgendjemand sagen will, wie zu glauben denn nun richtig oder falsch sei, ablehne.

Hier also der Text:

Die Bibel ist mit Sicherheit ein spannendes Buch, hab sie auch dank meiner Erziehung mehrfach gelesen, sie aber in irgendeiner Form für „Die Wahrheit“ oder gar „Das Wort Gottes“ zu halten, halte ich für im ersten Fall äußerst fraglich, im zweiten gar für gotteslästerlich, wenn man denn an Gott glauben möchte.

Es ist klar, dass die Bibel ein von Menschen zusammengepuzzeltes Werk aus unterschiedlichsten Quellen ist, bei dem sehr sauber selektiert wurde, was nun reinkommen durfte und was nicht.

Wie so viele vor ihr, war die christliche Religion ein probates Mittel, Menschen um sich zu scharen und zu gewissen Regeln zu erziehen. Diese waren teils gesellschaftlich einfach sinnvoll im Sinne der Gesundheit (iss kein rohes Schwein, könnte unbekömmlich sein) bis hin zur Gewinnung neuer Mitglieder (seid fruchtbar und mehret Euch, aber bitteschön nur, um neue Christen zu gebären) und gaben Mittel der Rechtssprechung, die keiner Erklärung mehr bedurften außer „das ist eben göttlicher Wille“.

So lassen sich widerspruchslos Regeln durchsetzen… dabei gibt es ganz sinnvolle Sachen, aber auch völligen Unsinn bzw. Dinge, die die Gesellschaft einfach irgendwann überholt hat, zum Beispiel Teile von Menschen, vorzugsweise kleinen Kindern abzuschnibbeln, um ihre Zugehörigkeit zu Gott zu belegen. (Aber gut, das Beispiel ist Altes Testament, also mit dem „neuen Bund“ obsolet.)

Wer die Bibel als Grundlage seines Lebens animmt, unterwirft sich menschgemachten Regeln und kann, das geht eben schon aus der Bibel hervor, nicht tolerant gegenüber anderen Religionen sein

Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.[…]
(Mt 28, 18-20)

Es gibt Millionen von Menschen, die Gutes tun, ohne an Gott oder die Bibel zu glauben, ebenso wie es Millionen von Christen gibt, die Gutes tun, und dabei an Gott glauben. Ebenso gibt es Millionen von Menschen, die Böses tun, ohne an Gott zu glauben und es gab und gibt ebensoviele Menschen, die Böses tun, und dabei an Gott glauben, ja sich sogar in Gottes Auftrag wähnen.

Die Güte eines Menschen an einem tausende Jahre alten Kompendium alter Schriften festzumachen, die von Menschen geschrieben und dann von anderen Menschen zu einem ihnen gefälligen Gesamtwerk zusammengeschustert wurden, kann weder im Sinne guten Menschseins, noch im Sinne eines gerechten und guten Gottes sein. Die Güte eines Menschen, ob nun untereinander oder göttlich, kann nur durch ihre Taten bestimmt werden, nicht durch irgendein Buch.

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