Neue Wortmeldungen der Drosselkom… jeden Tag krasser…

Die PC-Welt ist in das Zweifelhafte Vergnügen eines Interviews mit Philipp Blank, Sprecher der Deutschen Telekom gekommen.

Nun hatten wir ja bereits gestern ein paar haarsträubende Zitate, heute aber wird es wieder einen Ticken toller. Ich fasse mich mal kurz:

Blank: Wie bereits erläutert ist Entertain kein klassischer Internetdienst, […]. Darüber hinaus werden wir Unternehmen […] Managed Services anbieten. Diese Dienste werden in einer höheren und gesicherten Qualität produziert […].

Nun mag man streiten, ob Entertain klassischem Fernsehen entspricht, in der Wahrnehmung des Nutzers ist das so, aber mal ehrlich, die Datenübertragung, Multicast oder nicht, erfolgt im Internet, über die gleichen Leitungen, die gleichen Server und die gleiche Technologie wie jeder andere Internetdienst auch. Mit dem feinen Unterschied, wenn ich das richtig verstehe, dass für Entertain eine gesonderte Vorfahrtregelung gilt.

Was mir aber besonders zu denken gibt, das Thema „Einkaufen in Managed Services“ hatten wir ja schon, das ist der Schnippsel am Ende:

Diese Dienste werden in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und gesondert bezahlt.

Was soll das denn heissen?!? Will sich die Telekom jetzt zur „Qualitätskontrolle“ von Watchever, Youtube und Co. aufschwingen? Und was genau für eine „Qualität“ wollen die da prüfen und gegebenenfalls ausfiltern? Die Qualität der Datenkomprimierung? Programmiererisches Können? Oder am Ende gar inhaltliche Qualität? Die technischen Möglichkeiten dafür müssen wohl gegeben sein, ansonsten würde eine wie auch immer geartete Qualitätskontrolle keinen Sinn machen!

Was passiert da?

Könnte am Ende die Telekom zum Beispiel als Qualitätkriterium beschliessen, dass via Managed Service verbreitete Inhalte sich in der Aussage mit öffentlichen Darstellungen der Telekom decken müssen? Könnte dies ein Werkzeug für wie auch immer getriebene Zensur sein? Man weiß es nicht so genau… und das macht mir Sorge…

Ein weiteres Highlight, das bislang nur im Rahmen satirisch gemeinter Beiträge durchs Netz gegeistert ist, wird ebenfalls von Blank aufs Tapet geholt:

Blank: Das Internet wird in Zukunft viel differenzierter sein als heute. Der Kunde entscheidet, welche Angebote attraktiv für ihn sind.

Das ebnet doch in der Ankündigung durchaus den Weg zu separaten Facebook-flats oder Google-flats, Youtube-flats oder Maxdome-flats. Es erlaubt, Nachrichtenseiten zu separieren und gegen Mehrkosten anzubieten, Shoppingseiten und was nicht noch alles.

DAS WÄRE DER TOD DES INTERNETS, WIE WIR ES KENNEN.

Ein gemeinsames Netz wäre mit solchen separierten Flats praktisch nicht möglich. Da die Volumengrenzen darüber hinaus soweit ich weiß nicht festgeschrieben sondern noch änderbar sind:

Blank: […] wie in fünf Jahren die AGB oder die Tarife aussehen, kann heute niemand seriös vorhersagen.

Es könnte also auch soweit kommen, was nicht wahrscheinlich, aber doch möglich ist, dass das Inklusivvolumen auf Mobilfunkniveau landet und eben noch so für Email und ein bisschen Surfen reicht… natürlich ohne die Socialnetworks, da diese auf Grund der zu erwartenden Flutung mit Videomaterial dann für volumenbegrenzte Tarife praktisch nicht benutzbar sein könnten.

Amüsant auch die Antwort Blanks auf die Frage, wie denn die Telekom gedenkt, ihren Kunden die Kontrolle über ihr Datenvolumen zu geben. Hierzu sagt Blank in einem Nebensatz folgendes:

Blank: […] rechtzeitige Information […] ist […] sinnvoll, damit […] nicht während eines Filmes die Geschwindigkeit gebremst wird. Dafür werden wir passende Lösungen entwickeln. Aber das hat ja noch Zeit.

Mit anderen Worten: Man hat sich noch garkeine Gedanken gemacht?

Ergänzend dazu kam mir heute ein Google+ Post in die Finger von Anonsphere, einem Privacy-Dienstleister, der offenbar die Telekom direkt angesprochen hat. Wenn das, was dort steht, so stimmt und ich es richtig interpretiere, ist es nochmal ein Sahnehäubchen. Wenn ich nämlich Seiten ansurfe, die mein Volumen belasten, soll ein „Warnhinweis“ eingeblendet werden! Damit werden dann ganz direkt Datenbezugsquellen offen diskriminiert!

Wie gesagt, jeden Tag ein neuer Knaller. Das Gefährliche: Man gewöhnt sich langsam dran, stumpft ab. Man Empört sich nicht nur, man begegnet dem nur noch mit Kopfschütteln und resigniert.

Jetzt aber kommt es speziell drauf an, sich zu empören!

Jetzt kommt es speziell drauf an, nicht zu resignieren!

Jetzt kommt es speziell drauf an, weiterzumachen!

Tragt das Thema weiter durch die Netze und aus den Netzen heraus! Schreibt Mails an die Telekom, ruft an bei der Telekom! Verschafft Eurem Unmut Gehör!

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2 Gedanken zu „Neue Wortmeldungen der Drosselkom… jeden Tag krasser…

  1. Ich halte Aktien der Deutschen Telekom. Dachte, dass sie irgendwann nochmal steigen könnte. Aber ich zweifel so langsam und denke, der Konzern wird auch in Zukunft nicht voran kommen und eher durch negative Schlagzeilen auffallen.

    Die Drosselung ist ein Scherz, gerade weil Ladezeiten heute keine große Rolle mehr spielen, wir bewegen uns in Richtung 5-7 Jahre zurück. Für das Internet eine ganz schön krasse Entwicklung.

  2. Also im Moment steigt der Kurs ja mal… kein Wunder, wenn die Nummer aufgeht, erschliesst die T-Kom sich gerade massive neue Einnahmequellen… Naja, warten wirs mal ab…

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