Die Drosselkom weiter auf der Jagd nach Heavy Usern… Nun auch bei Telefonie…

3erpinkNachdem die Drosselkom ja bereits im Frühjahr für einigen Wirbel gesorgt hat, der nun leise versiegt ist aber im Hintergrund noch einiges an Aktivitäten bereithält, kommt nun der nächste Schlag.

Verschiedene Medien berichten, dass die Telekom Benchmark Tools über all ihre Kunden laufen lässt, die das Nutzungsverhalten bei der Telefonie von Flatrate-Kunden analysieren. Demnach gäbe es:

Bei der Telekom Überlegungen, diese Systeme beim Aufspüren unwirtschaftlicher Kunden einzusetzen. Wer überdurchschnittlich viel telefoniere (Heavy User), werde dann in einen teureren Tarif gedrängt.

Dank anstehender Änderungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen schaffe sich die Telekom gleichzeitig die Möglichkeit, Verträge gegebenenfalls zu kündigen.

Ich darf an die frühen Flatrate-Werbespots der Telekom erinnern, in denen ein Liebespaar sich Abends in den Schlaf telefoniert und mit stehender Leitung einschläft? Einmal mehr ist die Telekom im Begriff, den Flatrate-Gedanken ad absurdum zu führen. Einmal mehr werden die Menschen es leise schlucken, den meisten kann es eh egal sein.

Ich persönlich telefoniere privat weniger als 30 Minuten im Monat, mir kann es völlig am Arsch vorbeigehen, dennoch regt es mich auf. Warum? Weil es VERARSCHE ist! Nix anderes.

Die Telekom hat eine Leistung angeboten und will die abstrafen, die die Leistung in Anspruch nehmen. SO EIN SCHWACHSINN!

Aber ganz abgesehen davon, dass es schon marketingtechnisch eine Frechheit ist, eine Flatrate zu bewerben, deren Ausnutzung man dann sanktioniert, steht noch ein ganz anderes Thema auf dem Tapet, das angesichts der aktuellen Nachrichtenlage durchaus Brisanz hat:

DATENSPARSAMKEIT!

Wenn die Telekom ihre Kunden detailliert benchmarked um das Nutzungsverhalten zu protokollieren und gegebenenfalls sanktionieren zu können, was steht dann dort im Rahmen einer Vorratsdatenspeicherung Mindestdatenspeicherung (Neudeutsch für VDS laut Interpretation CDU/CSU) an Daten zur Verfügung? Ein expliziter Vorteil von Flatrates ist ja nun gerade, dass Verbindungsdaten zur Rechnungsstellung praktisch nicht mehr gespeichert werden müssen und somit dem Grundsatz der Datensparsamkeit gefolgt werden kann.

Es scheint einmal mehr, dass die Telekom ihre Kunden an die Digitale Kette legen will, und damit anbetrachts der aktuellen Nachrichten auch an die Kette staatlichen Zugriffs, das ist weder kundenfreundlich noch gesellschaftlich akzeptabel wenn man mich fragt. Leider haben wir es im Telekommunikationsmarkt am Ende mit einem Oligopol zu tun, gegen das praktisch kein Kraut gewachsen ist, so dass letztlich alles, was wir tun können, eher Symbolcharakter hat, da am Ende die Umsätze so oder so immer bei der selben Handvoll von Anbietern landet.

Dennoch ist auch dieser Symbolcharakter wichtig, wenn wir schon nichts wirkungsvolles tun können, so können wir doch zumindest ein sichtbares Zeichen setzen, dass das, was da passiert, uns nicht gefällt.

Derzeit wird diese Technik wohl nur eingesetzt, um tatsächlich betrügerischen Absichten entgegenzuwirken, dort wo Telefonate von „professionellen“ ins Ausland weitergeleitet werden, wo wiederum hohe Gebühren an die Telekom anfallen, wobei die Mittler Provisionen einstreichen. Ein an sich verständlicher Grund, doch hier müsste die Telekom schon meiner Meinung nach anders nachsteuern können, als dadurch, den Datenpool aller Kunden zu vergrößern…

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