Vegetarismus? Ohne mich!

steakIch esse gerne Fleisch. Vorzugsweise von meinem Weber Grill, in Form eines schönen, saftigen Steaks.

Alternativ geht gern‘ auch mal ne Currywurst, wenn die fachmännisch gut und mit Liebe gemacht ist, setzt das Zeug echt Endorphine frei. Oder ein guter hausgemachter Burger mit kräftig Rindfleisch, Salat und ’ner leckeren Sauce.

Ich mag das. Ich kann auch damit leben, dass dafür nunmal Tiere geschlachtet werden müssen, vorzugsweise in meinem Beisein. Ich glaube, Fleisch hat einen festen Platz in der Ernährung des Menschen. Ja, man kann es substituieren, aber das bleiben doch am Ende immer nur Kompromisse.

Ja, übermäßiger Fleischverzehr ist ungesund, das ist so gut wie alles, was man übermäßig tut. Dennoch ist und bleibt Fleisch in mancher Hinsicht sinnvoll in der Ernährung, auf Details muss ich hier wohl nicht eingehen, und es bleibt ein Genuß.

Worauf will der Kerl nu hinaus? Ganz einfach: Ich mag nicht ohne Fleisch und ich bin ziemlich sicher, dass es sehr, sehr viele Leute gibt, die das ähnlich sehen.

ABER

Man muss ja auch nicht verzichten, um Dinge ein bisschen besser zu machen, oder? Wie oft hab ich Fleisch gegessen, ohne darüber auch nur nachzudenken? Wie viele machen das im Allgemeinen? Fleisch futtern, ohne darüber nachzudenken, ohne Bewusstsein dafür.

Morgens die Salami aufs Brot, Mittags den Burger oder ne Curry, Zwischendurch ne Bifi oder ne Frikadelle und Abends den Grill angeworfen mit 2,50€ Fleisch vom Discounter. Fleischsalat aufs Brot, Pizza mit Formfleisch, Spaghetti Bolognese… Wie viel Genuss liegt in dieser Form des Fleischverzehrs? Richtig. Keiner.

Warum also nicht zurückfinden zu einem Bewusstsein für das, was man tut? Man muss kein Kostverächter sein, um zu verzichten, ganz im Gegenteil, liegt doch der Genuss in der Wertschätzung und dem Bewussten.

Mein Aufruf: Verzichtet doch einfach da auf Fleisch, wo es Euch eigentlich egal ist, und achtet dafür dort, wo es für Euch Genuß ist, schon beim Einkauf bewusst auf das, was Ihr tut. Anstatt jeden Tag die Schlachtabfälle zu fressen, die üblicherweise eingeschweißt in irgendwelchen Massenkonsumentmärkten warten, lieber mal ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen und was wirklich gutes direkt beim Erzeuger kaufen. In mancher Hofschlachterei kann man dann auch direkt dabei sein, das Tier womöglich schon vorher kennenlernen, sich guter Haltung und Schlachtung versichern.

Ich jedenfalls hab mich in letzter Zeit ein Stück weit dahin verändert, durchaus auch mal nen Grünkernbratling zu verspreisen, oder einfach nen Salatteller. Weit davon entfernt, das Bewusstsein dafür zu haben, das ich gerne hätte, sehe ich in dem Ansatz der letzten Tage und Wochen aber schon was gutes, was ich weiter vertiefen möchte.

80% weniger Fleisch konsumieren, dafür aber 1000% mehr Qualität auf dem Teller haben. Damit wäre allen geholfen. Denn seien wir ehrlich, die Probleme in der Massentierhaltung gibt es nur deshalb, weil eine riesige Nachfrage nach qualitativ minderwertigem Fleisch im Markt vorherrscht und gleichzeitig das Bewusstsein für die Prozesse in der Fleischherstellung verloren sind. Was lobe ich da die Märkte in fernen Ländern, in denen eine Kuh oder ein Lamm durchaus mal auf offener Straße geschlachtet wird.

Wenn sich mehr Leute, die Fleisch als Lebensmittel gut und wichtig und als Genuss empfinden, darauf einließen, weniger zu konsumieren aber da wo, bewusster, dann würde die quantitative Nachfrage sinken und die qualitative steigen. Am Ende wäre allen geholfen. Mensch, Tier und Erzeuger.

Glaube ich.

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