Vom Versuch, einen Schuppen zu bauen…

SchuppenTrautes Heim, Glück allein, so sagt es ja der Volksmund oder so… nun denn, „allein“ ist das Glück wohl nicht, bringt es dem konsequenten Anhänger der Savoir-Vivre-Fraktion doch auch immer wieder etwas zu tun ins – dankenswerterweise eigene – Haus… oder in den Garten…

So also auch dieses Wochenende.

Die Gattin empfand das Angebot eines örtlichen Baumarkts über die günstige Abgabe eines Metallgeräteschuppens als dermaßen unwiderstehlich reizvoll, dass eben dieses Objekt der Begierde unbedingt erworben und nun fachmännisch (durch mich – LOL) aufgebaut werden sollte.

Knapp unter 300,- EUR wechselten im Tausch den Besitzer und wir standen da, im guten Gefühl, ein attraktives Schnäppchen gemacht zu haben.

Damit also frisch ans Werk und bei knapp 30° im Sonnenschein den Boden geebnet und gepflastert (ich glaube, ich habe mein eigenes Körpergewicht ausgeschwitzt, ohne relevantes geleistet zu haben), alles euphorisch ausgepackt und festgestellt… man macht das doch einfach insgesamt zu selten.

Das Gebäude selbst ist ein US-Frabrikat und geht somit bei der gesamten Unterkonstruktion (die ich Profi natürlich schon generell nicht auf dem Schirm hatte) von recht seltsamen zölligen Maßen aus… ganz abgesehen davon, dass Balkenwerk und Platten zur Erstellung der Unterkonstruktion in ihren Kosten schon drohen, das Haus an sich zu übersteigen, wenn man sich denn allzu pedantisch an die Anleitung hielte…

Angesichts eines sich rasch verdunkelnden Himmels, aufkommender schwerer Winde (nein, nicht Magenwindem ganz natürliche, die an den Bäumen rings umher zu schütteln beliebten) und erster Regentropfen entschloss ich, einzupacken. Minuten später gewitterte es dann auch schon heftig und ich schloss den Tag für mich ab und somit auch den Bau der Schuppens an diesem Wochenende… ich widmete mich dem Savoir Vivre… für einen Augenblick… denn…

…trotz Gewitter bestand die Gattin auf sofortigen Erwerb der benötigten Teile, es sei ja Samstag Nachmittag und der Countown liefe somit. Also auf zum Garten- und Baumarkt, Anhänger geborgt (so ein Anhängerverleih dürfte auch für Sekten sehr reizvoll sein) und einigermaßen passende Balken aufgeladen. In der Plattenabteilung dann der Schock! Keine, ich wiederhole KEINE Platten mit Eignung für den Außenbereich verfügbar. Mal ganz ab davon, dass die geeignetsten bestellbaren Platten, wie sie in der Bauanleitung gefordert sind, in Bereiche von >50,- EUR/m² vordrangen… dafür wurden uns unzureichend verleimte kanadische Platten vorgeführt, von denen der Baumarkt mal einen Posten erworben hatte, die zwar von den Dimensionen her perfekt gepasst hätten, da sie offenbar im US-Maßsystem gefertigt wurden, dafür aber ebenso nicht außentauglich waren – sehr hilfreich. Danke.

Es wurde freilich nun ein wenig gerätselt – speziell ob des festen Willens der Gattin, das nun durchzuziehen – und einmal mehr hielt ich mich also für ganz clever und überlegte, die Unterkonstruktion durch einen einfachen Holz-Rahmen zu ersetzen, an den unten, statt in die Profile, die Wand-Platten energisch eingeschraubt werden würden. In zufriedener Sicherheit ob dieser genialen Planung ging es ins Bett, der Sonntag würde weitere Erkenntnisse liefern. Das tat er dann auch. Der Morgen brachte mir glücklicherweise gleich den weiter führenden Gedanken, dass so ein Holzrahmen – innen, in der Hütte – wohl kaum ein wie auch immer geartetes Öffnen der Schiebetüren dieses Bauwerks erlauben würde…

So blieb nun also keine wirkliche Wahl mehr… also doch zurück zum Originalbauplan…

Um das mit den Bodenplattenmaßen einigermaßen auszutricksen, kommt jetzt Rauhspund, so kommt man womöglich auch mit einer einfacheren Balkenrahmenkonstruktion hin da man nicht mit diesen ominösen US-Maßen umhertricksen muss…

All das kann natürlich erst nächste Woche erworben werden…

Wie lange es dann dauert, das aus gefühlt 12357 verschiedenen Einzelteilen bestehende Bauwerk darauf zu errichten, möchte ich noch gar nicht wissen, glaube ich… ich werde davon berichten…

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Ein Gedanke zu „Vom Versuch, einen Schuppen zu bauen…

  1. Mit ansprechenden Bildern hätte ich dem Artikel , aber mindestens, 7 Sterne Deluxe gegeben 🙂

    Ich glaube jeder Mann, muss einmal ein solche Bauwerk errichten. Sonst ist MANN keiner.

    Mit freundlichen Grüßen,
    yt

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