Social Hacking und die Zukunft des Internet

Ein Post, der schon fast 2 Jahre als Entwurf hier herumliegt… von daher die letzten Entwicklungen nicht berücksichtigt… bin gerade drüber gestolpert und dachte mir, den poste ich jetzt….

Eigentlich fings doch alles ganz lustig an, mit ein paar völlig aus dem Ruder gelaufenen Partys verursacht durch facebook-overflow… schon blöd, wenn man seine Kreise nicht kennt… doch die letzten Jahre haben noch viel mehr gezeigt….

Da waren die Flashmobs vor einigen Jahren… spontane Treffen Gleichgesinnter die in großen Massen an öffentlichen Orten skurrile Dinge taten, um dann in kürzester Zeit zu vaporisieren…

Dann kamen Anonymous mit jener legendären Anfangsaktion gegen Scientology, die darin gipfelte, dass weltweit mit Guy Fawkes Masken vermummte Symphatiesanten zu hunderten, wenn nicht gar zu tausenden, den Betrieb der Scientology-Standorte störten…

Dann die Plagiataufspürer, die Lücken in der politischen Landschaft aufreissen…. Online-Petitionen, die EU-Kommissare zum Nachdenken anregen…

Langsam wird es jedem klar, das Internet exisitiert längst nicht mehr als Parallelwelt, fein säuberlich abgetrennt vom echten Leben, nein, die Übergänge werden fliessend, ebenso wie die reale Welt das Internet beeinflusst, beeinflusst heute auch das Internet die reale Welt, der Cyberspace ist in meinem Wohnzimmer, auf dem internatonalen Börsenparkett, in meiner Hosentasche…. und ein gut platzierter Aufruf im Internet kann in Windeseile seine Wirkung in der realen Welt entfalten.

Die direkte Folge daraus? Scheinbar Panik, speziell in Deutschland. Die Politik kommt so schnell mit neuen, teils gegensätzlichen Ideen, dass es auf den ersten Blick wie ein epileptischer Anfall wirkt. Getrieben von unbestimmten, nicht greifbaren, Ängsten wabern die Ideen von VDS, lustigen Alarmknöpfen fürs Internet, und Inhaltskontrollen umher… letztlich nur ein Zeugnis der Ahnungslosigkeit, vergleichbar mit dem Versuch, den Ozean mit einer handelsüblichen Papierfiltertüte von allem Öl zu befreien – wobei ich froh wäre, wenn das ein Politiker mal versuchen würde.

Die Frage ist, wie weit „sie“ bereit sind zu gehen, und wie weit „wir“ bereit sind, sie gehen zu lassen… Kann eine freiheitlich denkende Gesellschaft, für die der Cyberspace heute schon ein Kernelement der Kommunikation und des sozialen Miteinanders ist, Totalkontrolle des virtuellen Raums zulassen? Wo würde das Enden? Ist es mit dem Gleichheitsprinzip vereinbar, dass jemand, der den Großteil seiner Kommunikation im Internet betreibt, quasi total überwacht wird, derjenige, der seine Kommunikation in Kneipen oder auf Treffen der Anonymen Alkoholiker betreibt, aber nicht? Was wäre wohl, wenn jemand sein Recht auf Gleichheit in Sachen Kommunikationsüberwachung einklagt und fordert, dass der Passant in der Einkaufsstrasse gefälligst den gleichen Überwachungsmechanismen zu unterliegen hat wie der Kunde bei Amazon? Big Brother? Die ersten Schritte passieren gerade, kaum bemerkt, unter dem Deckmantel des Schutzes der Allgemeinheit…

Freiheit, Sicherheit, Kommunikation, Redefreiheit, Selbstbestimmung, Gleichheit…. was sind Grundwerte wert? Ich bin sehr gespannt, wie sich die Welt in ihrer symbiontischen Verbindung mit dem Internet entwickelt und bewährt… oder ob am Ende ein freies Internet denn doch zu viel für die Welt ist, und der freiheitliche Grundgedanke über Bord gespült wird… oder ist gar der Weg hin zur Verbindung mit dem Internet schon ein Weg fort von der Freiheit?

Komisch am Ende sinds dann doch immer wieder mehr Fragen als Antworten….

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