Beobachtungen der Woche…

Interessant zu sehen, wie sich die so genannte „Bürgerliche Mitte“ anbetrachts der aktuellen Krisen selbst zerfleischt und demontiert… Kohl gegen alle, Merkel scheinbar vorwiegend gegen sich selbst, Guido gegen jegliche Vernunft und Rösler gegen….gegen…. gegen-standslos und Wulff.. naja… da hab nicht mal ich begriffen, wogegen er denn nun ist,auf jeden Fall ist er offenbar dagegen…

Schade… im rechten Glauben an die CDU aufgewachsen, gerät da das ohnehin schon seit Jahren zerrüttete Weltbild vollends aus den Fugen…

Da ist das Schweigen im Walde, das sich um SPD und Grüne – mit Ausnahme einiger Fußnoten zum Thema Stuttgart21 – breitmacht geradezu erholsam… Immer wieder lustig, wie es Regierungskoalitionen egal welcher Zusammensetzung schaffen, der Opposition ein Schnippchen zu schlagen, indem sie sich einfach selbst Oppositionell begegnen…

Parallel dazu legt die NPD zu… still und unbemerkt… ehrlich gesagt kein Wunder… wenn die Mitte bescheiden performed, wird der Rand attraktiv… das ist ja nix neues, und das hat ja auch die linke erkannt, nachdem sie jahrelang versucht hat, sich in der so genannten „Bürgerlichen Mitte“ zu etablieren, präsentiert sie sich nun wieder mit der guten, alten Kommunismus-Debatte, huldigt dem kubanischen Cheffe und bestreitet bzw. ignoriert öffentlich die Menschenfeindlichkeit sozialistisch regierter Staaten… was wenn nicht das ist ein Zeichen, dass die Mitte nicht mehr attraktiv ist? Am politischen Rand sieht die linke offenbar bessere Chancen…. Protestwähler haben schliesslich auch wertvolle Stimmen….

Fragt sich nur, wann auch CDU und SPD wieder den Mut entwickeln, klar Stellung zu beziehen und zu halten, anstatt einem epileptischen Anfall gleich jeder Laune der jeweils lautesten Interessensgruppe zu folgen, bis wieder jemand anderer lauter zum nächsten Richtungswechsel aufruft… es wird Zeit, dass sich die „Bürgerliche Mitte“ der Erkenntnis stellt, dass es keine bürgerliche Mitte gibt, dass man es eben nicht allen recht machen kann, sondern im Gegenteil schon der Versuch dazu führt, dass man es niemandem recht macht… das ist natürlich ein ganz alte Weisheit, aber ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sie in Vergessenheit gerät…

Und so möchte ich damit schliessen zu sagen, dass ich Helmut Kohl in einem Punkt vehement widersprechen möchte… unserer Politik fehlt nicht etwa der Aussenpolitische Kompass, nein, ich denke viel eher, dass unserer Politik bestenfalls die gesamte innen- wie außenpolitische Landkarte abhanden gekommen ist… schlimmstenfalls ist sie auch noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um das Fehlen der Landkarte überhaupt zu bemerken….

lg

Marc

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