McCurrywurst

McDonalds steigt ein. Die Currywurst wird ins Sortiment aufgenommen… da kann ich nicht schweigen…

Don’t cross the red line!

Okay, McDonalds, hier überschreitest Du eine Grenze.

Brezelburger? Okay
Weißkrautburger? Von mir aus

Aber, dass ein amerikanischer Großkonzern sich ein Stück deutschen Kulturguts, ja, ein deutsches kulinarisches Kunstwerk, eine Ikone des Geschmacks, sagenumwoben, geheimnisumwittert und frenetisch verehrt in so infamer, bagatellisierter Weise einverleibt, das geht zu weit.
Herzblut der Deutschen, geliebtes Kantinenessen Nr. 1, von Gourmetköchen verwandelt in kleine, exotische Häppchen leckerster Dekadenz, von feurig fanatischen Schärfefetischisten zum gefürchteten Sportobjekt des scharfen Geschmacks erwählt, von visuellen Künstlern abgelichtet und gemalt, fester Bestandteil deutscher Krimis, geliebt vom ärmsten Bettler wie vom Millionär.

Die Currywurst, Teil der deutschen Geschichte, der deutschen identität, des deutschen Bewusstseins. Wohlgehütete Rezepturen, geheimer, als es das Rezept schnöder Coca Cola je sein konnte oder könnte, ruhen gut und sicher verborgen in dunklen Kellern, verschlossenen Schubladen und in den verschwiegenen Köpfen der Geheimnisträger der Currywurst.

Was sonst könnte dem Deutschen je so heilig sein, wie seine Currywurst?
Was sonst kann solche harmonische Einheit bringen, wie der lustvolle Genuß von Currywurst?

Ich glaube an die Currywurst, die Currywurst als freies, unabhängiges Organ der kulinarischen Welt Deutschlands. Die Currywurst als Mittler zwischen den Gesellschaftsschichten, als Mittler zwischen den Kulturen.

Ich glaube an die Currywurst als Lösung.
Als geschmackliche Lösung gegen die Fadheit deutscher Küche.
Als ideelle Lösung gegen die fehlende emotionale deutsche Identität.
Als politische Lösung gegen…. Gegen überhaupt alles!

Und dann kommst Du, McDonalds, Du, mit Deinen ordinären BigMacs, Deinen hinfrittierten McFrites, deinem speckigen Big Tasty, Deinem schweinischen McRib, mit deinem fluffigen McFlurry und Deinem heissen McCafe und machst aus der deutschen höchstem Kulturgut einen „Mc“…. Schäm Dich, McDonalds, schäm Dich. Schäme Dich in Grund und Boden.

McCurrywurst… Damit also wird der eiserne Wille der Deutschen gebrochen werden, Deutschland seiner zaghaft aufblühenden Identität beraubt.
Man Stelle sich einen „Mc“ im Deutschen Autobau vor. Unvorstellbar!
Man stelle sich einen „Mc“ als Sprecher der Tagesschau vor. Skurril!
Man stelle sich einen „Mc“ als Ministerpräsidenten Niedersachsens vor. Surrea…. Halt… Oh mein Gott! McDonalds! Was hast Du getan?????

Und alles nur, wegen der Currywurst…
Adieu, Currywurst.
Hallo, McCurry…. Schöne, neue Welt….

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4 Gedanken zu „McCurrywurst

  1. Mich wundert eigentlich nur, dass es so lange gedauert hat. Es war auch irgendwann ein logischer Schritt, zumindest aus deren Sichtweise. Beim normalen Supermarkt um die Ecke gibt es ja schon lange nicht mehr „nur“ Lebensmittel, sondern auch Socken, Fernseher und und und. Ich glaube ja nicht, dass sich diese Currywurst durchsetzen wird, weil sie dazu einfach nicht gut genug ist. Siehe auch mein ‚unboxing‘ Video: http://event-catering-muenster.de/mc-donalds-currywurst-im-test-unboxing-video/
    Obwohl ich als Profi ja echt gestehen muss, dass sie ok ist, aber das ist irgendwie wie Bier aus einer Tasse trinken. Kann man machen, muss man aber nicht und nur eine echte vom Grill ist eine ‚da real Currywurst‘

  2. Naja, schlimmer als CurryKing kann sie ja kaum sein… aber manche Dinge müssen einfach nicht… ich erwarte ja auch beim Italiener um die Ecke keinen Grühnkohl mit Kassler… Ist weniger eine Frage des Geschmacks als eine politische…

  3. Wenn es nach mir geht, dann hätte Mc Donalds sich das sparen können. Ich habe sie probiert und mir hat sie geschmacklich überhaupt nicht zugesagt. Zudem finde ich, dass man für eine gute Currywurst nicht unbedingt Mc Donalds aufsuchen muss. Das gehört einfach nicht zusammen.

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