Rettet den Kapitalismus!

kartenleserDiesen Gedanken muss ich jetzt doch glatt nochmal separat zum Blogpost verwursten, er kam mir gerade in einem Kommentar auf Diaspora:

Speziell in den sozialen Netzen hagelt es ja nun allenthalben Kapitalismuskritik, Occupy, Blockupy und Co üben sich darin ebenso wie zig andere Gruppierungen, die fleißig zu allerlei Anlässen Fähnchen und Schildchen schwenken mit Botschaften gegen den Kapitalismus. Vorwiegend, wenn man das hinterfragt, steht dahinter eine Grundliegende Kritik an der finanziellen Situation, den finanziellen System und den Banken dahinter.

Was aber ist denn nun Kapitalismus?

Wikipedia sagt dazu, kurz zusammengefasst, folgendes aus:

Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.

Dabei stellt das genannte Privateigentum an Produktionsmitteln das namensgebende „Kapital“ dar. Nun ist Kapitalismuskritik zweifelsfrei durchaus legitim, ich persönlich muss allerdings zugeben, vermutlich aus gelernten Mustern heraus, dem Kapitalismus, speziell in einem Ordoliberalen Umfeld, durchaus einiges zuzutrauen. Ich glaube durchaus, dass eine Betrachtung der Welt in quantifizierbaren Werten eine Schnittstelle schaffen kann, die es einer breitestmöglichen Gruppe ermöglicht, sich selbst in einem System zu verorten und innerhalb dieses Systems seine Bedürfnisse zu decken. Sicher mag es andere Systeme geben, aber generell würde ich sagen, dass sowieso jedes gesellschaftliche und politische System funktionieren kann, wenn es von guten Menschen besiedelt und gestaltet ist. Andersrum kann keines der mir bekannten Systeme funktionieren, wenn es von schlechten Menschen besiedelt und gestaltet ist.

Warum nun „rettet den Kapitalismus„? (Und das meine ich weniger ironisch, als es mir üblicherweise zu eigen ist.)

Basierend auf obigem Auszug aus Wikipedia, komme ich für mich zu dem Schluss, dass das, was wir heute in der Welt vorfinden, mit Kapitalismus praktisch nichts mehr zu tun hat. Womöglich im Kleinen, ja, im mittelständischen Betrieb mag der Kapitalismus noch lebendig sein, betrachten wir aber globale Zusammenhänge, ziehen den Fokus größer, dann verschwimmt der Kapitalismus zu einer Art Marionette. Einer Marionette der Finanzströme und Finanzmärkte.

Die Finanzströme, die die Welt lenken, sind doch heute längst nicht mehr an Produktionsgüter etc. gebunden, sondern definieren selbst ihren eigenen Wert und stellen ein Handels– und Spekulationsgut dar. Die Geldwerte sind komplett von jeglichem Sachwert entkoppelt. Kapitalismus aber koppelt doch Werte an real existierende Produktionsgüter, Rohstoffe, Land… das ist heute vorbei.

Beispiel wäre z.B. die IT Blase, in der Werte von rein virtuellen Annahmen definiert wurden, mit den bekannten Folgen…

Wenn ich mir das heutige Wirtschaftsleben anschaue, dann scheint mir der Begriff „Kapitalismus“ doch überholt und schlicht nicht als das Problem, das benannt werden müsste, ist doch vom Kapitalismus eh nur noch ein Schatten verblieben.

So gesehen würde ich heute schon als ersten Schritt begrüßen, wenn der Kapitalismus wieder zurückfinden würde zu Form und Ausprägung, wie ihn einige Idealisten mal angedacht haben. Als System, dass Möglichkeiten schafft und nicht verschließt, gepaart mit einem staatlichen Regulativ, das antritt, ein Gleichgewicht herzustellen zu sozialen Belangen. Dieser Schritt wäre realistischer als jede radikale Abkehr und von da aus hätte man eine Basis, das System in eine andere Richtung zu entwickeln.

Ich hoffe mal auf rege Diskussion ob dieser These….

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